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Freitag,15.11.2019
Pferdeschau Schwarzwald

26 April, 2018 von Kia Korsten 0

Blonde Schönheit

Ausdruckvolle Augen umrahmt von langen Wimpern, ein glänzend rotbraunes Fell, das malerisch mit dem langen, blonden Haar von Mähne und Schweif kontrastiert – die Rede ist von den einmaligen Schwarz­wälder Kaltblutpferden. Schönheit, sanfter Charakter und gutmütiges Wesen machen die ehemaligen Arbeitstiere zu einem idealen Freizeitpferd.
 
Lange Zeit waren Schwarzwälder Kalt­blüter reine Arbeitstiere und haben als soge­nannte Rückepferde die gefällten und ent­asteten Stämme aus dem Wald gezogen. Die Muskelprotze ermöglichten erst die Bewirtschaftung der Berghänge und unwegsamen Täler und halfen den Schwarzwaldbewohnern, ihren Lebens­unterhalt zu bestreiten. Erst 1896 wurde in St. Märgen die erste Zuchtgenossenschaft gegründet und die Zucht systematisiert. Doch die Rasse des Schwarzwälder Kaltbluts war damals schon mindestens 500 Jahre alt. Von Anfang an wurden die Tiere gezielt für den Einsatz im Wald gezüchtet: Sie gehören zu den eher kleinen Kaltblütern und finden so mühelos ihren Weg zwischen eng stehenden Bäumen. Sie bewegen sich trittsicher auf unebenem Gelände und können auch an Berghängen eingesetzt werden. Dank ihres ruhigen Charakters erschrecken sie sich weder vor auffliegenden Vögeln noch vor abbrechenden Ästen. Und doch sind sie nicht nur stark genug, um die schweren Baumstämme dahin zu bugsieren, wo sie gebraucht werden, sondern auch temperamentvoll. Typisch für diese Rasse ist das dunkel- bis rotbraune Fell, das ihr auch den Spitz­namen «Schwarzwälder Fuchs» eingebracht hat.
 
Trotz allen Arbeitseifers erging es dem Schwarzwälder Kaltblut in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie vielen anderen Arbeitstieren in der Landwirtschaft: Maschinen ersetzten die vierbeinigen Helfer und verdrängten sie aus den Wäldern und von den Äckern. Die Anzahl der Tiere schrumpfte aufgrund der geringen Nachfrage erschreckend schnell. Bis Ende der 1970er Jahre war der Schwarzwälder Fuchs zu einer vom Aussterben bedrohten Rasse geworden. Nur wenige Liebhaber hielten mit ein paar Dutzend Zucht­stuten die Tradition der Schwarzwälder Pferdezucht am Leben. Rettung brachte ein Be­­­wusstseinswandel in der Forstwirtschaft. In den vergangenen Jahren wuchs das Interesse an Nachhaltigkeit und der bewusstere Umgang mit dem Ökosystem Wald brachte die Pferde an ihre alten Arbeitsplätze zurück. Ihr Vorteil: Die Hufe der vierbeinigen Waldarbeiter schonen den Waldboden und das Unterholz und kommen mit sehr wenig Platz für die Rückegassen aus. Während Dieselfahrzeuge bei kalten Temperaturen obendrein gerne mal streiken, lassen die «Hafermotoren» dann erst so richtig ihre Muskeln spielen.
 
Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich die Schwarzwälder Kaltblutpferde auch im Reit- und Fahrsport. Dabei kommen ihnen genau die Eigenschaften zugute, für die sie seit jeher gezüchtet wurden und die sie zu idealen Reit- wie auch zu Kutschpferden machen. Die heutigen Züchter führen die Rasse mit viel Liebe zu den Tieren und zur Tradition in die Zukunft und vollziehen dabei behutsam den Wandel vom Arbeits- zum Sportpferd.
 
Ihr Können stellen die charaktervollen Tiere auf vielen Schauen und Pferdemärkten eindrucksvoll unter Beweis – einige Highlights:
 
1. Mai: Traditioneller Pferdemarkt in Birkendorf
Der Reitverein Schlüchttal präsentiert Pferde vieler Rassen in einem bunten Show­programm.
 
24. Juni: Eulogi-Ritt in Lenzkirch
Zu Ehren des Schutzpatrons der Huf- und Goldschmiede schmückt sich der ganze Ort und empfängt tausende von Pilgern und Gästen zu Pferd und zu Fuß. Nach dem Festgottesdienst lädt Lenzkirch zum Eulogi-Markt ein.
 
9. August: Fohlenschau in St. Märgen
Die Züchter präsentieren Stuten und Fohlen, eine große Ehrenparade bildet den krönenden Abschluss.
 
27. Oktober: Kaltbluttage in St. Märgen
Mit Körung der Junghengste und Verkaufsmarkt, Schauabend in der Weißtannenhalle.


Diese Pferderasse hat den Schwarzwald jahrhundertelang geprägt


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