Die Verbreitung und Ausübung des Ayurveda auf Sri Lanka
Unter König Devanamiyatissa (246 v. Chr.) kamen der Buddhismus und Ayurveda von Indien nach Sri Lanka und begann sich über die nächsten Jahrhunderte auszubreiten.
Während in Indien die moslemische Eroberung im 11. Jahrhundert zu einem Niedergang der ayurvedischen Medizin führte, konnte sich Ayurveda auf Sri Lanka als Teil der traditionellen Medizin fest etablieren.
Die Ankunft der Briten hatte in Sri Lanka dann ebenso wie in Indien die massive Eindämmung der ayurvedischen Medizin zur Folge. Alle Ausbildungsstätten wurden geschlossen und die staatliche Förderung gestoppt. Die Britische Armee marschierte in Kandy ein, zerstörte Kulturstätten und zahlreiche „Ola Manuscripts“ (Palmblätter, auf denen die Ayurveda Medizin verewigt worden war).
Die buddhistischen Klöster auf Sri Lanka blieben von der Zerstörung weitgehend verschont und hatten einen gewissen Freiraum. Die Kolonialmacht verschonte die Mönche, da diese in der Bevölkerung höchstes Ansehen genossen. Die Bildung der Elite, die Ausbildung der Ayurveda-Ärzte, die Weiterentwicklung der traditionellen Medizin und der ayurvedischen Medizin verlagerte sich somit mehr und mehr in die Klöster. Die buddhistischen Mönche leisteten somit einen herausragenden Beitrag zur Bewahrung der Ayurveda Medizin und prägten sie.
Die aufkeimende nationalistische Bewegung um 1920 (von der die meisten Kolonien erfasst wurden) begünstigte die Wiederbelebung des Ayurveda in Sri Lanka; 1929 wurde das erste „Government Ayurveda College and Hospital“ in Colombo gegründet; einige Jahre später folgten zwei private Ayurveda-Colleges in Jaffna und Gampaha. Vor allem Premierminister S.W.R.D. Bandaranayake war es zu verdanken, dass die Ayurveda Medizin einen enormen Aufschwung erfuhr (nach 1956).
Zurzeit existieren zwei große Ausbildungsstätten: die Ayurvedic University in Colombo Rajagirija, (Abschluss Bachelor und Master, graduierte ayurvedische Ärzte) und das „Gampaha Ayurvedic College“, für traditionelle ayurvedische Ärzte.